Das Tal, das nach dem Alpenfluss Radovna benannt ist, erstreckt sich eingebettet zwischen den Hochebenen Pokljuka und Mežakla. Auf jedem Schritt überrascht die Landschaft mit historischen Denkmälern und natürlichen Sehenswürdigkeiten, die mit dem E-Bike wesentlich leichter zugänglich sind.

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In Bled beginnen wir unsere Tour mit einem Anstieg auf kleinen Nebenstraßen durch Poljšica und Krnica bis ins Tal der Radovna. Hier überqueren wir die Brücke und können zum ersten Mal die Radovna bewundern.

Das gesamte Radovna-Tal liegt im Gebiet des Nationalparks Triglav. Seinen Namen verdankt das Tal der etwa 20 km langen gleichnamigen Flussschönheit, die in Zgornja Radovna entspringt und auf ihrem Weg zur Mündung in die Sava Dolinka ein Gefälle von 250 m zurücklegt.

Das Tal durchqueren wir auf einer kaum befahrenen Straße, wo wir an vielen natürlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten vorbeikommen.

Die Region Gorenjska (Oberkrain) lebte im Mittelalter durch den Aufschwung der Eisenhüttenindustrie auf, weshalb wir unterwegs auch noch die Überreste der Hammerwerke vorfinden, in denen ab dem 16. Jahrhundert bis 1901 Eisen mit Koks geschmolzen wurde. Früher gab es in diesem Gebiet über 10 Objekte, die jedoch zum Großteil zugrunde gingen.

An mehreren Stellen verengt sich das Tal und die zahlreichen vereinzelten Felsbrocken auf dem Talboden weisen auf eine dynamische Oberflächenstruktur hin. Der berühmteste Felsbrocken ist „der dicke Stein (Ta debev kamn)“ direkt am Straßenrand, der einst die Böschung von Mežakla hinuntergerollt kam. Von demselben Stein handelt auch die alte Geschichte der Einheimischen vom verwunschenen Schloss und der dicken Schlange.

Der mündlichen Überlieferung nach soll Anfang des 19. Jahrhunderts auch die französische Armee durch das Tal marschiert sein. Ebenfalls am Straßenrand liegt der „Napoleon-Stein“ mit Napoleons Initialen, die einst einer von seinen Soldaten für seinen Kaiser eingemeißelt haben soll.

An die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs erinnert uns die Gedenkstätte Požgana Radovna (Das niedergebrannte Radovna): Das Denkmal und die Überreste von Smolejs Bauernhof sind stumme Zeugen der Tragödie, als die Deutschen in Srednja Radovna Vergeltung übten und 12 Häuser anzündeten, in denen 24 Einwohner verbrannten.

In Radovna wurde früher sehr hochwertige Kreide, die zu den besten in Europas zählte, abgebaut. Der Kreidesee (Jezero Kreda) entstand, als sich das ausgegrabene Kreidebecken allmählich mit Wasser füllte, nachdem 1985 das Kreidewerk stillgelegt wurde, da es sich nicht mehr rentierte und der Maschinenpark überholt war. Der Kreidesee ist nur selten auf der Landkarte zu finden, aber er ist das Zuhause zahlreicher Amphibien und im Sommer ein beliebter Badesee.

Nur 300 m von der Radovna-Quelle entfernt befindet sich das Psnak Sägewerk mit der dazugehörigen Mühle, die zu Maria Theresias Zeiten Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurden und bis in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Betrieb waren. Im Jahr 1997 wurden die Objekte renoviert und sind heute der Beweis für das Wissen, die Findigkeit und die Arbeitsweise der damals dort lebenden Menschen, die wussten, wie sie die natürlichen Gegebenheiten nachhaltig für sich nutzen und dabei die Natur erhalten konnten. Interessant ist, dass das Mühlrad nur im Frühling und im Herbst in Betrieb war, da der Fluss im Sommer kaum Wasser hatte. Aber auch in den Betriebszeiten ging man mit dem Wasser sehr sparsam um, das immer zuerst das Mühlrad und danach erst das Wasserrad des Sägewerks in Gang setzte, sodass sich beide gleichzeitig drehen konnten.

Am Gogala-Hof in Zgornja Radovna steht die gewaltige Gogala-Linde. Der imposante Baum ist etwa 25 m hoch und sein Stamm hat ein Durchmesser von gut zwei Metern. Experten schätzen das Alter der Linde auf etwa 380 bis 450 Jahre, während die Einheimischen fest davon überzeugt sind, dass die Linde noch älter, genauer gesagt 800 Jahre alt sei.

Der Pocar-Hof in Zgornja Radovna ist eine der ältesten noch erhaltenen Bauernhöfe im Nationalpark Triglav.  Den Erzählungen nach befanden sich hier zunächst nur Weidealmen, bevor sich später die Menschen dort ansiedelten.

In der erhaltenen Urkunde aus dem Jahr 1672 wird der Bauernhof als „Potzerjevo“ (Potzers Bauernhof) erwähnt und in einen Hausbalken ist die Jahreszahl 1775 eingemeißelt. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich auf dem Pocar-Bauernhof die Generationen abgewechselt und heute stellt das denkmalgeschützte Haus den Besuchern das Leben und die Arbeit sowie das architektonische Erbe der vergangenen Jahrhunderte vor. Auch wir werden uns die Zeit nehmen, um diese interessante Ausstellung zu besichtigen.

In Zgornja Radovna treffen die Täler Krma und Kot aufeinander, die in Richtung Triglav ansteigen.

Wenn wir Lust haben machen wir noch einen Abstecher nach Krma, wo wir nach ein paar leicht ansteigenden Kilometern die Schmiedehütte (Kovinarska koča) erreichen. Hier legen wir eine Rastpause ein und stärken uns mit den typischen Almgerichten.

Wir können aber auch schon früher den Rückweg ins Radovna-Tal antreten. In beiden Fällen kehren wir auf dem gleichen Weg wieder nach Bled zurück.

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